Wein und Alkohol gehören zusammen. Das geht schon aus der gesetzlichen Definition des Getränks hervor, die besagt, Wein sein ein

„Erzeugnis, das ausschließlich durch vollständige oder teilweise alkoholische Gärung der frischen, auch eingemaischten Weintrauben oder des Traubenmostes gewonnen wird.“

Tatsächlich muss deutscher Wein mindestens 5 % Alkohol enthalten, im Anbaugebiet Baden sogar 6 %, um dieser Definition zu genügen. Deshalb trägt der im Herbst nach der Traubenlese beliebte Federweiße die landläufig auch oft verwendete Bezeichnung „Neuer Wein“ zu Unrecht. Genau genommen handelt es sich hierbei nämlich um ein Erzeugnis mit der Verkehrsbezeichnung „teilweise gegorener Traubenmost“.

Trauben

Wein ist ein alkoholisches Erzeugnis, das aus Traubenmost gewonnen wird

Natürlicher Alkohol im Wein

Wichtig ist auch, dass der Alkohol im Wein natürlichen Ursprungs ist, das heißt ausschließlich durch die Vergärung des im Traubensaft enthaltenden Zuckers entstanden ist. Eine Zugabe von Alkohol zu Wein ist nicht zulässig. Lediglich die so genannten Likörweine wie beispielweise Portwein – in Frankreich ist diese Weinart auch als Vin Doux Naturel bekannt – bilden hierbei eine Ausnahme.

Während der alkoholischen Gärung wird der Zucker der Traube, hauptsächlich Glukose (also Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) durch Hefen in Alkohol umgewandelt. Als Nebenprodukte entstehen dabei Kohlendioxyd und Wärme. Aus einem Gramm Zucker werden so normalerweise ca. 0,47 Gramm Alkohol.

ein klassischer Weinkeller

Hefen wandeln den Zucker der Trauben bei der Gärung in Alkohol um

Alkoholgehalt und -menge

Doch auch wenn man in der Chemie und in den auf die Analyse von Wein spezialisieren Laboren üblicherweise von der im Wein vorhandenen Alkoholmenge in Gramm spricht (also einer Gewichtseinheit), darf man diese nicht mit dem später tatsächlich auf dem Etikett erscheinenden Alkoholgehalt verwechseln. Dieser wird nämlich in Prozent des Volumens angegeben, also einem Raummaß (daher die Buchstaben „vol“ bei der Prozentzahl auf vielen Etiketten). Der Grund dafür ist, dass Alkohol mit 0,7913 kg/l ein geringeres spezifisches Gewicht hat als Wasser. Ein Wein mit 100 Gramm Alkohol je Liter hat daher keinesfalls einen Alkoholgehalt von 10 % wie es fälschlicherweise zunächst naheliegend erscheint, sondern 12,64 % in der üblichen (und vorgeschriebenen!) Angabe in Volumenprozent.

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