„Cool as a cucumber“ – dieser englischsprachige Ausdruck kommt nicht von ungefähr. So bezeichnet man jemanden, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und verweist damit gleichzeitig auf die (gemüts-)kühlende Wirkung von frischen Gurken. Aber Gurken können mehr als nur für Abkühlung sorgen.

Wir lieben Gurken! Jedenfalls belegt das Rankengewächs Platz vier der meistkonsumierten Gemüsesorten hierzulande. Man verbindet zahlreiche positive Wirkungen mit der Gurke: Schönheit und Fruchtbarkeit sind nur zwei Beispiele dafür. Die Heilwirkungen, die man Gurken zuschreibt. entstammen der jahrtausendealten Geschichte der Pflanze, die vermutlich in Indien beginnt. Dort, an den Südhängen des Himalaya-Gebirges, wird sie schon seit Jahrtausenden angebaut.

Dabei machen der Dschungelpflanze Temperaturen von über 40 °C nichts aus – im Gegenteil. In unseren kühleren Gefilden müssen wir meist Gewächshäuser zur Hilfe nehmen, um erfolgreich Gurken anzubauen.

Gewächshaus- und Freilandgurken: Was unterscheidet sie?

Wir kennen Sie alle: die Spreewälder Gurken. Für viele ist dieses klassische Ostprodukt ein absolutes Muss zum Abendbrot. Aber was genau sind Spreewälder Gurken? Zunächst: Man unterscheidet Gurken grob in Salat- und Einlegegurken.

Salatgurken werden meist in Gewächshäusern angebaut, im Freiland wachsen sie nur in wenigen Gebieten – dort, wo die nötigen klimatischen Voraussetzungen dafür herrschen. Die Salatgurken werden gut und gerne 40 cm lang, während Einlegegurken meist nur wenige Zentimeter messen. Einlegegurken werden im Gegensatz zu den Salatgurken auch bei uns in Deutschland häufig im Freiland angebaut, so zum Beispiel im Spreewald nahe Berlin.

Die beste Erntezeit für Einlegegurken ist der Spätsommer – dank sommerlicher Temperaturen sind zu dieser Zeit die Ernteerträge am höchsten. Die Spreewälder Gurken werden in Essig eingelegt – daher spricht man auch von Essig- oder Gewürzgurken. Zusätzlich kommen Dill, Senfkörner, Zwiebeln und andere Gewürze hinzu.

Eine Variante sind Salzgurken, die auch als saure Gurken bezeichnet werden. Im Unterschied zu den Essiggurken fügt man hier keinen Essig zu, sondern die Gurken werden deshalb sauer, weil sie eine Milchsäuregärung durchlaufen: Bakterien verwerten Zucker aus den Gurken und bilden als Stoffwechselprodukt Milchsäure. Unter anderem dadurch sind die sauren Gurken auch so lange haltbar. Ein leckeres, gesundes und billiges Volksnahrungsmittel – ideal für die „Sauregurkenzeit“.

Gurke

Essiggurken werden auch Spreewaldgurken oder Gewürzgurken

Gurkengenuss – aber auf die richtige Weise

Wie immer bei Lebensmitteln stellt sich auch bei Gurken die Frage der idealen Lagerung. Weil eingelegte Gurken in verschlossenen, dichten Gefäßen auch lange Zeiträume unbeschadet überstehen, widmen wir uns hier den Salatgurken. Die Salatgurke – oder auch Schlangengurke genannt – ist nämlich ganz schön wählerisch.

Sie mag es – einmal geerntet – nicht zu warm und nicht zu kalt, nicht zu feucht und nicht zu trocken. Und auch bei der Wahl ihrer Nachbarn ist sie ziemlich anspruchsvoll. Gurken sind kälteempfindlich – das BioFresh-Fach ist daher kein geeigneter Lagerort für sie. Generell halten sich ganze – also nicht angeschnittene – Salatgurken im Kühlschrank aber bis zu zwei Wochen. Angeschnitten legen Sie Ihre Gurke am besten in eine verschließbare Frischhaltedose – sonst müssen sie mit einem raschen Qualitätsabfall rechnen.

Kommen wir nochmal auf die „Nachbarn“ zurück: Gurken sind sehr empfindlich gegenüber dem Reifegas Ethylen. Lagern Sie sie daher nicht neben Tomaten, Äpfeln, Kiwis und anderem Obst und Gemüse, das viel Ethylen abgibt.

Gurke

Gurken sind empfindlich bei der Lagerung

Schälen oder nicht schälen – das ist hier die Frage

Kurz und knapp lautet unser Tipp: nicht schälen. Warum? Wer die Gurke schält, der entfernt gleichzeitig wertvolle Nährstoffe – von Ballaststoffen über Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Nun könnten Sie einwenden, dass auf der Schale ja auch die größten Pestizidrückstände zu finden sind. Aus diesem Grund – und wegen vieler weiterer Vorteile – sollte man auf Bio-Gurken zurückgreifen. Da der ökologische Gartenbau auf Pestizide verzichtet, müssen Sie sich um potenziell gesundheitsgefährdende Rückstände hier keine Gedanken machen. Zu bevorzugen sind jedoch heimische Bio-Gurken, die nicht in Plastikfolie eingeschweißt sind. Zu kaufen gibt es diese entweder im Biomarkt oder neuerdings mit Laser-Aufdruck auch in einigen Supermärkten.

Bleibt die Frage der Bitterkeit. Die Gurke – so wie ihre Verwandten, wie z. B. Kürbisse und Zucchini – enthält ursprünglich Curcubitacine. Dies sind Bitterstoffe, welche die Pflanzen in der Natur gegen Feinde schützt. Da sie auch auf uns Menschen eine giftige Wirkung haben, wurden die Bitterstoffe herausgezüchtet. Deshalb schmecken die uns bekannten Gurken aller Regel nach nicht mehr bitter. Wenn doch: vom Blütenansatz her schälen. Und wenn die Gurke immer noch bitter schmeckt, dann verzichten Sie besser auf den Verzehr.

Was die Gurke alles kann…

Der Klassiker ist wohl der Gurkensalat. Aber halt – die Gurke kann noch einiges mehr. Saure Gurken sind aufgrund der Milchsäuregärung besser verdaulich als rohe Gurken. Den gleichen Effekt erhalten Sie, wenn Sie Gurken dämpfen oder kochen. So wird es beispielsweise in Indien, der mutmaßlichen Herkunft der Gurke, gehandhabt. Hier wird die Gurke als Gemüse gekocht und dazu Reis und Linsen gereicht. Roh behält die Gurke natürlich am meisten ihrer wertvollen Mikronährstoffe. Übrigens: Das Entkernen der Gurke ist nicht nötig. Vielmehr sind die Kerne sogar gesund, da sie viele Ballaststoffe enthalten. Lassen Sie sich hier von unseren zahlreichen Gurkenrezepten inspirieren.

Schon seit Jahrhunderten werden Gurken als Heil- und Schönheitsmittel gehandelt. Jeder kennt den Tipp, sich Gurkenscheiben auf die Augen zu legen. Hintergrund ist, dass in der Gurke ein Wirkstoff enthalten ist, der durchblutungsfördernd wirkt. Die Gurke wirkt erfrischend und zusammenziehend auf die Haut – ein Jugendelixier sozusagen. Daneben wird der Gurke ein harnstofflösender und harntreibender Effekt zugeschrieben.

Gurkensalat

Gurkensalat ist ein Klassiker unter den Gurkengerichten

„Einen Gin Tonic mit Gurke, bitte“

Mal ein ganz anderes Thema, für die Spirituosenfreunde unter uns: Longdrinks, wie den Gin Tonic, ergänzt man gerne mit einer Scheibe Gurke. Aber: Nicht jeder Drink erhält vom Barkeeper eine Gurkengarnitur. Manche Spirituosen haben ein Gurken-Aroma, während Sie bei anderen vollkommen andere Aromen herausschmecken können.

Um das eigene Aroma zu intensivieren, werden entsprechende Zutaten ergänzt. Beim Gin ist in erster Linie der Hendrick’s Gin zu nennen, der ein solches Gurkenaroma besitzt. Also: Je nach Spirituose variiert auch die Beigabe von Früchten, Gemüse oder Gewürzen.

Gin Tonic

Auch in so manchen Getränken fühlen sich Gurken wohl

Haben Sie eine Lieblings-Zubereitungsart für Gurken? Welche Erfahrungen haben Sie mit dem eigenen Anbau von Gurken gemacht? Hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Beitrag zum Thema „Gurke“. Gerne können Sie diesen Beitrag auch bei Facebook oder Twitter teilen.

*Sämtliche Angaben sind Richtwerte und hängen im Einzelfall von der Sorte bzw. der sachgerechten Lagerung ohne Unterbrechung der Kühlkette von der Ernte/Herstellung bis zum Liebherr-Gerät ab. Bei Lebensmitteln mit Angabe zur Mindesthaltbarkeit gilt immer das auf der Verpackung angegebene Datum.


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