Tiefkühlprodukte sind praktisch! Sonntags nicht zum Bäcker zu müssen, sondern stattdessen frische Brötchen aus dem heimischen Ofen genießen, die noch vor zwanzig Minuten im Kälteschlaf lagen: herrlich! Nährstoffreiches Gemüse und Obst ist dank Gefrierschrank stets zur Hand und eingefrorene Mahlzeitenreste lassen sich prima erneut zum leckeren Abendessen einsetzen. Damit Sie auch bestens gerüstet sind, was das Thema Lebensmittelhygiene anbelangt, haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt.

Erdbeeren im Dezember? Kein Problem dank der revolutionären Erfindung des Gefriergeräts. Seit den 1950er Jahren genießen wir hierzulande die Vorteile der Tiefkühlkost. Wenngleich sich zu Beginn nicht jeder ein Tiefkühlgerät leisten konnte, ist heutzutage ein Gefrierfach zumeist Standard in jeder Küche. In 2019 hat jeder Deutsche durchschnittlich 47 kg Tiefkühlkost verbraucht. Zum Vergleich: 1960 waren es lediglich 400g pro Person und im Jahr 1978 erst 14 kg.

Frische Beeren selbst im Winter – Tiefkühlware macht es möglich.

Tiefkühlkost einkaufen: Was sollten Sie beachten?

Damit die tiefgefrorenen Waren nicht auf dem Weg in die heimische Gefriertruhe antauen, sollte die Kühlkette eingehalten werden. Im Handel müssen die Waren bei maximal – 18 °C gelagert werden. Das Ziel ist also, dass die Produkte zu Hause ins Gefrierfach gelangen, bevor sie Plusgrade annehmen. Deshalb sollten Tiefkühlprodukte auch erst als letztes im Einkaufswagen landen. Für den Transport ist die ideale Ausstattung eine Isolierbox, oder -tasche, die mit Kühlakkus ausgestattet ist.

Haben Sie diese mal nicht zur Hand, ist die zweite Wahl die an der Kasse erhältliche Isoliertasche. Sie können sich auch mit Zeitungspapier oder einer Fleece-Jacke behelfen. Achten Sie dabei darauf, die Tiefkühlware eng zu umwickeln. Außerdem sollten die kalten Produkte nicht in Kontakt mit Frischware gelangen, da z.B. frischer Salat oder Tomaten keine eiskalten Temperaturen vertragen.

Zuhause angekommen: ab ins Tiefkühlfach mit der kalten Ware. Hier sollten Sie darauf achten, dass Sie die Produkte nicht unmittelbar neben die bereits vorhandenen Gefrierschrankbewohner stellen. Letzteren kann so die Kälte entzogen werden, sodass sie gegebenenfalls antauen und sich  Keime vermehren können. Übrigens: Tipps zum Einfrieren finden Sie in diesem Beitrag.

Richtig auftauen: so geht‘s

In tiefgefrorenen Lebensmitteln herrscht friedliche Ruhe – die Keime im Kälteschlaf können sich nicht vermehren. Sobald die Temperaturen wieder steigen, ist schnell ein wildes Wachstum zu beobachten. Von pathogenen Keimen (also krankheitsauslösenden Erregern) kann eine große Gesundheitsgefahr ausgehen, wenn das Auftauen gefrorener Lebensmittel nicht bedacht erfolgt. Der ideale Auftauvorgang ist von Lebensmittel zu Lebensmittel unterschiedlich und richtet sich außerdem nach dem jeweiligen Verwendungszweck. Bei Tiefkühlprodukten ist daher die einfachste und sicherste Lösung, sich nach den Herstellerangaben auf der Verpackung zu richten.

Bei Hackfleisch und Co. sollten Sie beim Auftauen besondere Vorsicht walten lassen.

Grundsätzlich gilt, dass Sie gefrorene Lebensmittel im Kühlschrank, bei Raumtemperatur oder in der Mikrowelle (mit etwas Wasser bedeckt) auftauen können. Produkte, die nachher in den Ofen oder in den Topf zum Garen kommen, können auch tiefgefroren eingesetzt und direkt fertig zubereitet werden. Letztere Variante geht am schnellsten. Im Kühlschrank hingegen braucht das Tiefkühlgut seine Zeit. Diese Zeit reicht von ca. zehn Stunden bei Obst bis zu zwei Tagen bei ganzem Geflügel.

Bei einigen Lebensmitteln sollte der sonst so einfache Auftauvorgang etwas bedachter stattfinden. Dafür haben wir die wichtigsten Auftau-Tipps für Sie aufgelistet.

  1. Bei Hackfleisch, Hähnchenbrust und Co. besondere Vorsicht walten lassen: Fleisch und Geflügel sind besonders leicht verderblich. Da vor allem Temperaturen zwischen 10°C und 60 °C gute Wachstumsbedingungen für viele Mikroorganismen bieten, sollte genau dieser Temperaturbereich vermieden werden. Deshalb: Auftauen im Kühlschrank. Dabei wird außerdem Energie gespart, da der Kühlschrank die Kälte „übernimmt“. Fehlt Ihnen dafür mal die Zeit, dann können Sie alternativ im vorgeheizten Ofen das Produkt schnell auf hohe Temperatur bringen.
  2. Auftauwasser richtig behandeln: Es ist für uns nicht zu erkennen, aber im Auftauwasser wimmelt es nur so von Mikroorganismen. Vor allem bei Raumtemperatur vermehren sich die Keime hier explosionsartig. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln, wie Fleisch und Geflügel, sollten Sie daher das Gefriergut zum Auftauen in ein Sieb legen. Ein Teller zum Abdecken und ein Teller unter dem Sieb zum Auffangen des Auftauwassers. So liegt das Produkt nicht im Auftauwasser. Letzteres sollte in jedem Fall nach dem Auftauen weggeschüttet werden, ohne in Kontakt mit anderen Lebensmitteln zu kommen.
  3. Erhitzen hilft: Durch Salmonellen werden mit am meisten Lebensmittelinfektionen ausgelöst. Vor allem in Geflügelfleisch, Hackfleisch, aber auch in pflanzlichen Lebensmitteln findet sich dieser Keim. Im tiefgekühlten Zustand können sich die Salmonellose-Erreger zwar nicht vermehren, aber erst bei Temperaturen über + 70 °C sterben sie ab. Deshalb ist das vollständige Durcherhitzen wichtig und zielführend.
  4. Große Stücke vollständig auftauen lassen: Grundsätzlich müssen eingefrorene Produkte nicht erst auftauen, sondern können auch tiefgefroren und angefroren weiterverarbeitet werden. Bei großen Produkten, wie z.B. einem ganzen Hähnchen, sollte hier eine Ausnahme gemacht werden. Der Grund: Im Inneren werden hier beim Garen unter Umständen nicht ausreichend hohe Temperaturen erreicht, um unerwünschte Keime abzutöten. Als Faustregel sollten Stücke, die dicker als 10 cm sind, vor der Verwendung vollständig aufgetaut werden.

Gut für die Gesundheit: Tiefkühlobst und -gemüse

Schon gewusst? Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist Tiefkühlobst und -gemüse den frischen Alternativen sogar vorzuziehen. Nur wenige Stunden, bevor das Obst und Gemüse in den Kälteschlaf geschickt wird, befand es sich zumeist noch auf den Feldern. Frischware hingegen braucht deutlich längere Zeit, bis es bei uns auf dem Teller landet: Von der Ernte, Verarbeitung über den Supermarkt bis hin zur Lagerung im heimischen Kühlschrank vergeht definitiv mehr Zeit, als zwischen Ernte und dem industriellen Tiefgefrieren. In dieser Zeit erleidet die Ware Qualitätsverluste, zu denen auch Vitaminverluste zählen. Also Daumen hoch für Tiefkühlobst und -gemüse!

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist Tiefkühlobst und -gemüse den frischen Alternativen vorzuziehen.

Ihr Tiefkühlgerät sollte etwa jedes halbe Jahr abgetaut werden – oder früher, wenn sich eine zu dicke Reifschicht bildet. Diese Reifschicht sorgt dafür, dass mehr Kälte aufgewandt werden muss und somit auch mehr Energie benötigt wird. Regelmäßiges Abtauen ist also gut für die Umwelt und schont den Geldbeutel. Das Abtauen ist übrigens bei den Liebherr-Geräten mit NoFrost-Technologie praktischerweise nicht nötig.


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