Wenn Sie jetzt an Urlaub in den Tropen denken, dann wird Ihnen auch unweigerlich diese süße Frucht in den Kopf kommen: Ananas. Nach Bananen und den Zitrusfrüchten ist sie heute das wichtigste Obst der Welt. Wir haben einige überraschende Erkenntnisse über den leckeren Exoten.

Die Ananas gehört zu den Südfrüchten und stammt aus den Tropen und Subtropen. Heimisch ist die Ananas in Brasilien, Paraguay und Guayana. Es gibt über 100 verschiedene Sorten aber nur wenige werden auf dem Weltmarkt gehandelt. Die Ananas wird nicht nur in den Ursprungsländern sehr geschätzt – auch in Europa lieben wir sie, was vermutlich an der herausragenden Süße und Saftigkeit der gelben Frucht liegt.

Eine Besonderheit, die den wenigsten über die Ananas bekannt ist: Die raue, schuppenartige Schale der Ananas besteht botanisch gesehen aus etwa 200 Einzelfrüchten, die erkennbar sind an den einzelnen Schuppen. Dies verleiht der Ananas ihr charakteristisches Aussehen, ähnlich eines Pinienzapfens mit grünem Schopf. Daher stammt auch der englische Name pineapple.

Die Geschichte der Ananas

Tatsächlich ist nicht nur der botanische Aufbau der Ananas besonders, auch ihre Geschichte ist spannend. Die Verbreitung der Ananas erfolgte vom nördlichen Südamerika über Zentralamerika bis auf die Westindischen Inseln. Dort wurde Christoph Kolumbus auf der Karibikinsel Guadeloupe 1493 tatsächlich von der einheimischen Bevölkerung mit Ananasfrüchten willkommen geheißen. Er war sofort begeistert und brachte die süße Frucht mit nach Spanien.

Ananas

Christoph Kolumbus brachte nicht nur die Kartoffel, sondern auch die Ananas nach Europa

Ananas selbst pflanzen

Die rasante Verbreitung der Ananas in Südamerika vor der Ankunft Christopher Kolumbus hatte einen einfachen Grund. So gelingt die Kultivierung der Pflanze relativ einfach und problemlos. Und das auch bei uns auf der heimischen Fensterbank! Probieren Sie es doch mit der nächsten Ananas zuhause selbst aus.

Trennen Sie dazu durch vorsichtiges Drehen den grünen Schopf von der Ananas und entfernen Sie die untersten Blätter. Lassen sie nun den Blattschopf für zwei Tage trocknen, um Fäulnis zu vermeiden. Nun kann Ihre Ananaspflanze in einem Wasserglas Wurzeln austreiben. Wenn die Wurzeln eine Länge von fünf Millimetern erreicht haben, können Sie das Pflänzchen in Anzuchterde einpflanzen. Bis zur ersten Frucht müssen Sie sich allerdings gedulden – erst nach ein bis drei Jahren entsteht eine neue Ananasfrucht.

Ananas

Die Tropenfrucht lässt sich auch einfach zuhause ziehen

Der perfekte Ananasgenuss

Mittlerweile findet man die Ananasfrucht das ganze Jahr über in unseren Supermärkten. Doch wie kann man die perfekte Ananas erkennen? Achten Sie bei Ihrem nächsten Einkauf auf folgende Merkmale: Die schuppige Haut sollte nur schwach einzudrücken sein und die inneren Kelchblätter lassen sich leicht herausziehen. Weitere Anzeichen für eine vollreife Ananas sind ein süßlicher und aromatischer Geruch und eine klare Schalenfarbe.

Da es sich bei Ananas meist um Massenimporte handelt, weisen sie häufig viel Säure und kaum Aroma auf. Der Grund ist die frühe Ernte. So werden die Früchte gepflückt, bevor sie reif sind, damit sie die lange Reise per Schiff heil überstehen. Im Unterschied zu Bananen reifen Ananasfrüchte nach der Ernte allerdings nicht nach. Daher schmecken die in Europa verfügbaren Früchte häufig nicht so, wie eine vollreife Ananas eigentlich schmecken sollte – angenehm süß mit einem fruchtigen Aroma.

Ananas

Die Ananas schmeckt eigentlich süß, mit einem fruchtigen Aroma

Zuhause können Sie die Ananas vor dem Verzehr für bis zu einige Wochen im Kühlschrank lagern. Achten Sie aber darauf, dass er nicht zu kalt eingestellt ist.

Die Zubereitung

Bevor es dann an den Verzehr geht, fehlt noch die perfekte Zubereitung. Das Zuschneiden der Ananas erfordert zwar einiges an Geschick. Wer weiß, wie man vorgehen muss, benötigt aber nur ein paar einfache Handgriffe, um die Frucht genießen zu können. Zuerst trennen Sie Schopf und Boden ab – nun hat die Frucht einen guten, aufrechten Stand. Trennen Sie im zweiten Schritt die Schale dick ab und vierteln Sie die Ananas danach. Nun können Sie problemlos den harten, holzigen Strunk herausschneiden. Der Strunk eignet sich aufgrund seiner festen Konsistenz nicht zum rohen Verzehr, allerdings ist er trotzdem aromatisch und kann gekocht weiterverwendet werden, beispielsweise in Chutneys oder Currys. Schneiden Sie nun das Fruchtfleisch in die Scheiben oder Würfel und genießen Sie die süße Frucht!

Übrigens: Ananas aus der Konserve wählen Sie am besten nur dann aus, wenn Sie keine frischen Früchte bekommen können. In der Konserve werden die Enzyme und Vitamine der Ananas weitgehend zerstört. Und so gut uns die Dosenananas auch schmecken mögen: Das volle Aromenspektrum, das in der frischen Frucht enthalten ist, weist sie nicht mehr auf.

Da geht doch mehr als nur Piña Colada!

Die meisten kennen Ananas in vielen Formen: ob pur, im Obstsalat, in Säften, im Piña Colada oder auf dem Klassiker Toast Hawaii. Erfinder des letzteren soll angeblich der erste Fernsehkoch Deutschlands, Clemens Wilmenrod, sein, der das Rezept in einer Sendung im Jahr 1953 vorstellte. Bis heute ist aber nicht ganz geklärt, ob das Rezept nicht insgeheim auf einer amerikanischen Idee beruhte oder doch Wilmenrods Lehrer Hans Karl Adam der Urheber des fruchtigen Sandwichs war.

Aber was kann man mit der Ananas denn noch neben dem sagenumwobenen Toast Hawaii anfangen? Durch ihre fruchtige Süße kann die Ananas auch herzhaften Gerichten besondere Exotik verleihen. Haben Sie schon einmal eine Ananas-Marinade für Ihr Grillfleisch ausprobiert? Oder ein frisches Gemüsecurry mit Ananas? Versuchen Sie doch auch mal als Nachtisch eine gegrillte Ananas mit einer frischen Kokos-Sahne Creme! In unserer Rezept-Datenbank finden Sie noch weitere Ideen.

Ananas, Toast Hawaii

Ananas schmeckt nicht nur im Pina Colada oder auf Toast, sondern passt auch zu vielen anderen Gerichten. Versuchen Sie zum Beispiel mal gegrillte Ananas.

Nicht nur lecker, auch gesund!

Die Ananas ist nicht nur lecker, sie ist auch ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. So ist sie reich an Mineralstoffen wie Eisen und Mangan und enthält zudem viel Vitamin C und Betacarotin. Besonders herauszuheben ist das Enzym Bromelin, das Eiweiß spaltet und so die Verdauung fördert. Es hat darüber hinaus auch eine entzündungshemmende und blutdrucksenkende Wirkung.

Die Schattenseite der Ananas

Angebaut wird die Ananasfrucht im gesamten Tropengürtel: Mittelamerika, Karibik, Südostasien und auch in Afrika. Sie muss also einen ziemlich weiten Weg zurücklegen, um bei uns im Supermarktregal zu stehen. Wie bei vielen Tropenfrüchten, ähnlich bei der Banane, ist auch der Anbau von Ananas sehr kritisch zu bewerten: angefangen bei der Abholzung von Regenwald für Anbaufläche, über riesige Monokulturen bis zu schwerwiegendem Pestizideinsatz. Aber nicht nur die Umweltauswirkungen sind enorm, auch die sozialen Auswirkungen in den Anbauländern sind drastisch, durch schlechte Arbeitsbedingungen und mangelndem Schutz der Feldarbeiter.

Aber was bedeutet das für uns Verbraucher? Solange wir die Ananas als eine exotische Rarität mit herausragendem Geschmack betrachten, haben wir eine richtige Einstellung zu Südfrüchten, die so fern von uns wachsen. Zudem können wir auf ökologischen Anbau und Fair-Trade-Früchte zurückgreifen, welche die Umwelteinflüsse- und sozialen Auswirkungen geringer halten. Der Verzicht auf Flugananas ist ebenfalls sinnvoll und minimiert negative Auswirkungen.

Ananas

Beim Kauf von Ananas sollte man auf Fair-Trade-Früchte zurückgreifen.

*Sämtliche Angaben sind Richtwerte und hängen im Einzelfall von der Sorte bzw. der sachgerechten Lagerung ohne Unterbrechung der Kühlkette von der Ernte/Herstellung bis zum Liebherr-Gerät ab. Bei Lebensmitteln mit Angabe zur Mindesthaltbarkeit gilt immer das auf der Verpackung angegebene Datum.


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