Aufschneiden, auslöffeln, im Wasser herauslösen – das Herankommen an die leckeren Granatapfelkerne ist gar nicht mal so leicht. Aber es lohnt sich! Denn wer die kleinen Kerne einmal ergattert hat (bestenfalls ohne Flecken auf der Kleidung), wird mit einer Geschmacksexplosion belohnt: Süß, sauer und herb präsentiert sich die Frucht.

Beheimatet ist der Granatapfelbaum in Asien. Schon vor langer Zeit begann jedoch sein Siegeszug in die ganze Welt. Die Spanier liebten ihn sogar so sehr, dass sie eine ihrer wichtigsten Städte nach dem Baum benannten. Sie erraten sicher schon, um welche Stadt es sich handelt: Richtig, Granada im Süden des Landes. Es waren auch die Spanier, die den Granatapfel in der Neuen Welt populär machten. Heutzutage wächst der Baum überall auf der Erde. Besonders gut gedeiht er jedoch dort, wo es im Winter kühl und im Sommer heiß ist, z. B. im Iran.

In Deutschland beziehen wir Granatäpfel vor allem aus der Türkei, aber auch aus Ägypten und dem Iran. Die Hauptzeit für Granatäpfel ist im Herbst von September bis Dezember. Granatäpfel, die wir im Sommer im Supermarkt finden, haben meist einen noch deutlich längeren Weg zurückgelegt und stammen aus Südamerika oder Indien.

Sommerfeeling in der kalten Jahreszeit

Wenn die großen roten Früchte wieder vermehrt im Supermarkt auftauchen, dann ist hierzulande das Wetter meist schon wieder trüb und kalt – da kommt ein frischer, fruchtiger Granatapfel gerade recht. Er kann einen grauen Tag mit seinem facettenreichen Geschmack wieder einen bunteren Anstrich verleihen. Damit beim Auslösen der Kerne kein Frust aufkommt, erklären wir Ihnen die beste Methode dazu:

  1. Den oberen Teil der Frucht (am Kelch) dünn abschneiden.
  2. Die Schale von oben nach unten mit einem kleinen, scharfen Messer einritzen.
  3. Den Granatapfel in eine große, mit Wasser gefüllte Schüssel legen. Unter Wasser die Frucht auseinanderbrechen.
  4. Die Kerne mit den Fingern oder einem Löffel herauslösen.
  5. Kerne über ein Sieb abgießen und abtropfen lassen.

Klingt leicht, kann jedoch ärgerlich enden, wenn bei der Aktion doch mal ein paar Spritzer des Granatapfelsaftes auf die Kleidung gelangen. Denn leider enthält dieser so bedeutsame Mengen an Gerbstoffen, dass sich die Flecken auch mit größter Mühe nicht mehr entfernen lassen. Daher gilt hier: besser Vorsicht als Nachsicht. Eine Schürze schützt die Kleidung und Einweghandschuhe beugen verfärbten Händen vor.

Granatapfelsaft selber machen ohne Frust – aber wie?

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen: leckere Granatapfelkerne

Wenn von Granatapfelkernen die Rede ist, dann meinen wir damit eigentlich die Samen der Frucht, die von Samenschalen (den sogenannten Arilli) umhüllt sind. Eine Granatapfelfrucht enthält bis zu 1.000 solcher Samen. Wer sich die Mühe gemacht hat, den Granatapfel zu entkernen, der kann die vielen Kerne nun also nach Lust und Laune verwenden. Ob süß oder herzhaft kombiniert – die Granatapfelkerne peppen dank ihrer vielschichtigen Aromen viele Gerichte auf.

Ergänzen Sie doch beispielsweise Ihren Salat mit zwei bis drei Esslöffeln der kleinen Kerne. In orientalischen Gerichten (z. B. Schmorgerichte aus der Tajine) werden sie häufig zum Garnieren auf den Teller gegeben – denn sie schmecken nicht nur toll, sondern sind auch äußerst dekorativ. Man kann Gerichten auch den Saft oder Sirup der Kerne als würzende Zutat zugeben. Weitere Ideen für die Verwendung von Granatäpfeln in der Küche finden Sie in unserer Rezept-Datenbank. Dazu ist dann noch nicht einmal der aufwändige Entkernungsprozess nötig – einfach den halbierten Granatapfel mit der Zitruspresse auspressen (Vorsichtsmaßnahmen gegen Flecken sind trotzdem angeraten).

Die Granatapfelkerne peppen Ihr Gericht auf.

Pürieren sollten Sie die Kerne übrigens nicht, denn wenn die kleinen Samen im Inneren der Kerne zerstört werden, geben diese Bitterstoffe an den Saft ab, die den Geschmack beeinträchtigen. Den gepressten Granatapfelsaft können Sie mit Zucker (gleiche Menge wie Saft, also bei 500 ml Saft 500 g Zucker) einkochen und erhalten so leckeren Sirup. Man kennt diesen Sirup auch als Grenadine – eine beliebte Zutat für erfrischende Cocktails.

Für langanhaltende Freude: die richtige Lagerung

Ist der Granatapfel noch nicht angeschnitten, hält er sich im Kühlschrank problemlos einige Wochen lang frisch.Die ausgelösten Kerne bewahren Sie am besten in einer geschlossenen Dose im Kühlschrank auf. Innerhalb einiger Tage sollten Sie sie jedoch entweder weiterverwenden oder durch Tiefkühlen konservieren.

Damit Granatapfelkerne ihr volles Aroma entfalten, sollten sie so reif wie möglich sein. Denn einmal gepflückt, reifen sie nicht mehr nach. Bei vollreifen Granatäpfeln sieht die Haut aus, als wäre sie leicht eingerissen. Das ist ein Indiz für Reife und beeinträchtigt nicht die Haltbarkeit, da trotzdem kein Sauerstoff an das Innere der Frucht gelangt.

Wie steht es eigentlich um die Inhaltsstoffe der Granatapfelkerne? Sie enthalten etwa 18 Prozent Kohlenhydrate, 80 Prozent Wasser und jeweils knapp 1 Prozent Fett bzw. Eiweiß. Hinzu kommen jede Menge Vitamine und Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Man spricht den kleinen Kernen zahlreiche gesundheitsförderliche Wirkungen zu: Herz-, kreislauf- und nervenstärkend sollen sie sein, und antientzündlich und antioxidativ wirken.

Nicht umsonst ist der Granatapfelbaum seit Jahrtausenden Symbol für Liebe und für Fruchtbarkeit – es ist nun mal eine ganz besondere Pflanze. In der Wappenkunde findet sich der Granatapfel ebenfalls in vielen Kontexten wieder – auf dem spanischen Staatswappen zum Beispiel. Also: Bloß nicht die Nerven verlieren, wenn Sie mal wieder die Kerne aus dem Granatapfel auslösen wollen – denken Sie daran, dass besondere Früchte auch eines besonderen Aufwands bedürfen.


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