Ob im Eis oder in der Wurst: Pistazien finden wir in Lebensmitteln, in denen wir sie vielleicht nicht unbedingt erwarten. In jedem Fall verleiht sie einer großen Bandbreite von Lebensmitteln besonderen Pep. Wir verraten Ihnen, um was für ein Lebensmittel es sich bei der Pistazie eigentlich handelt und inspirieren Sie mit ein paar Verwendungsideen.

Der mittlere Osten ist die Heimat des Pistazienbaums. Hier gedeiht das Sumachgewächs am allerbesten, denn es ist trocken und heiß. In Deutschland ist es der Pflanze hingegen eindeutig zu kalt – tolle Früchte entwickelt die Pistazie bei uns also leider nicht. Vor fast zweitausend Jahren verhalfen die Römer der Pistazie zu ihrer internationalen Karriere. Von Syrien aus gelangte sie auf diese Weise bis nach Italien, wo sie auch heute noch wächst. Auch in Afrika, Asien, einigen anderen europäischen Ländern sowie den USA wird der Pistazienbaum kultiviert – ganz vorne dabei ist die Türkei. In Deutschland essen wir jedoch hauptsächlich amerikanische Pistazien aus Kalifornien.

Exotik pur: Der Pistazienbaum

Von den „Sumachgewächsen“ hatten Sie bislang noch nie gehört? Das geht vermutlich vielen so. Tatsächlich finden sich unter den Sumachgewächsen, die zur Ordnung der Seifenbaumgewächse zählen, auch einige andere prominente Vertreter: Cashew und Mango zum Beispiel.

Der Pistazienbaum wird bis zu zehn Meter hoch und trägt Früchte, die für uns von ganz besonderem Interesse sind. Es handelt sich dabei um Steinfrüchte: Ein Samen, der von einem harten, holzigen Kern umschlossen ist. Und der Samen ist das, was wir allgemein als Pistazie bezeichnen: dreikantig, meist grün und von einer dünnen, lilafarbenen Haut umgeben. Die Pistazie ist also keine Nuss – wie man fälschlicherweise glauben mag – sondern der Samen einer Steinfrucht. Der Pistazienbaum trägt übrigens nur alle zwei Jahre Früchte – kein Wunder also, dass die kleinen Kerne so teuer sind.

Warum sind die Pistazien eigentlich grün?

Die kleinen Pistazienkerne weisen einen ganz bestimmten Inhaltsstoff in verhältnismäßig großer Menge auf: Chlorophyll. Bis zu drei Milligramm pro hundert Gramm dieses grünen Farbstoffs findet sich in den Pistazienkernen. Das violette Häutchen bekommt seine Farbe durch einen weiteren natürlichen Farbstoff, nämlich durch einen Vertreter der sogenannten Anthocyane. Übrigens: Auch Brombeeren, die Schale von Auberginen, Kirschen und viele weitere lilafarbene Früchte erhalten ihre Färbung durch Anthocyane.

Im Supermarkt bekommen wir Pistazien meist in getrockneter Form. Dadurch ist sie für uns auch das ganze Jahr über erhältlich. Frische Pistazien sind hierzulande, wenn überhaupt, nur im Herbst auf dem Markt erhältlich, denn dann werden die reifen Früchte geerntet. Die Reife der Pistazien erkennt man daran, dass die Schale der Steinfrucht aufplatzt. Also: Ganz geschlossene Pistazien nicht kaufen, sondern nur die, die an einem Ende zumindest leicht geöffnet sind.

Wissen Sie bereits ab wann Pistazien reif sind? Wir verraten es Ihnen!

Was steckt drin im kleinen, grünen Kern?

Ein Inhaltsstoff der Pistazie sticht ganz besonders hervor: das Fett. Bis zu 60 Gramm Fett stecken in 100 Gramm Pistazienkernen. Das viele Fett ist auch der Grund dafür, dass Pistazien schnell ranzig werden. In Geruch und Geschmack fällt das sofort auf und die Kerne sind nicht mehr genießbar. Wie lässt sich der Prozess vorbeugen? Sauerstoffkontakt sollte so gut es geht vermieden werden. Dazu lagern Sie Ihre wertvollen grünen Samen luftdicht und kühl verpackt.

Neben den 60 Prozent Fett enthält der Pistazienkern etwa 20 Prozent Eiweiß. Bezüglich der Mineralstoffe fallen ganz besonders das Kalzium, Kalium und Eisen auf. Davon enthält die Pistazie beträchtliche Mengen.

Ein wahrer Genuss: die Pistazie

Nicht umsonst steigen die Verkaufszahlen von Pistazien unaufhörlich weiter,– sie schmeckt einfach lecker. Ihr Aroma erinnert an Mandeln und der grüne Samen lässt sich in süßen und herzhaften Leckereien verwenden. Meist genießen wir sie geröstet, da sich durch das Rösten der Geschmack erst so richtig entfaltet. Die dünne, lilafarbene Haut können Sie übrigens problemlos mitverzehren. Wer darauf lieber verzichtet, der kann die Pistazien mit kochendem Wasser übergießen, abschrecken und dann das Häutchen leicht entfernen.

Eines steht außer Frage: Als Snack ist die geröstete und gesalzene Pistazie perfekt. Ob beim gemütlichen Filmeabend oder als kleiner Energiekick zwischendurch. Das Öffnen der Schale ist dabei ein Ritual, das einfach dazugehört. Aber die kleine grüne Pistazie kann noch viel mehr. Haben Sie schon einmal selbst Pistazienkrokant zubereitet? Geht ganz leicht und ist auf jedem Dessert das i-Tüpfelchen. Dazu schmelzen Sie einfach ein paar Esslöffel Zucker in einem Topf oder einer Pfanne und geben die gleiche Menge Pistazienkerne dazu. Immer mal wieder umrühren, bis der Zucker schön braun geworden ist und es nach Karamell duftet. Auf Backpapier verteilen und auskühlen lassen. Wenn die Masse fest geworden ist können Sie sie leicht zerbröseln. Für die nächsten Wochen haben Sie nun einen tollen Vorrat an leckerem Pistazienkrokant.

Pistazienkrokant und Eis – eine traumhafte Kombination.

Nicht nur süß zubereitet ist die Pistazie ein wahrer Hit, auch herzhaft ist sie äußerst schmackhaft. Wir kennen sie hier vor allem in der Kombination mit Fleisch oder als Wurst. Lecker und leicht zubereitet ist eine mit Pistazienkernen verfeinerte Fleischpastete. Für die einfache Variante müssen Sie lediglich Hackfleisch mit einer Handvoll Pistazienkernen, einem Ei und etwas Semmelbröseln vermischen. Für den Geschmack kommen etwas Zwiebeln und Knoblauch sowie Salz und Pfeffer dazu. Verteilen Sie dann die Mischung auf fertigem Blätterteig und umhüllen die Füllung mit dem Teig. Ab in den Backofen damit und fertig ist eine feine Pastete, die mit einer Sahnesoße besonders lecker schmeckt.

Schon gewusst? Die Pistazie gibt es auch in einer heimischen Version: die Pimpernuss oder auch Klappernuss genannt. Ihre Früchte sind der Pistazie geschmacklich erstaunlich ähnlich.


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