Goldgelb, fruchtig und so sauer, dass man nur beim dran denken schon den Mund verzieht: Zitronen! Die Frucht, die nicht nur durch das Goethe Zitat „Kennst du das Land, wo die Zitronen blüh’n“ Sehnsucht nach Italien weckt, sondern auch durch ihren vertraut herb-süßen Geschmack den wir vom italienischen Limoncello kennen. Zitronen sind zwar der Inbegriff von italienischen Urlaubserinnerungen, aber auch von unserem deutschen Speiseplan sind die Früchte nicht mehr wegzudenken. Was alles in den gelben Kraftpaketen steckt, erklären wir hier.

Zitronen gehören zu den Zitrusfrüchten und gedeihen in einem subtropischen Klima. Die Früchte wachsen an immergrünen, bedornten Bäumen und können das ganze Jahr über blühen und damit bis zu vier Ernten im Jahr hervorbringen. Die Zitrone stammt ursprünglich aus Pakistan und Indien. Vermutlich entwickelte sie sich durch eine Züchtung zwischen der Zitronatzitrone und der Bitterorange. Mit den Arabern gelangte die gelbe Frucht über den mittleren Osten bis in den Mittelmeerraum, bis sie um das Jahr 1150 dann auch in Spanien und Italien verbreitet war. Kolumbus brachte die Frucht über den Atlantik bis nach Haiti. Heutzutage sind die größten Produzenten Indien, Argentinien, China, USA, Türkei, Spanien und Italien. Aufgrund ihrer Wachstumsbedingungen kann man Zitronen in gleichbleibender Menge das ganze Jahr über auf dem Markt finden. Wir raten Ihnen aber zum Kauf im Winter – dann sind die Früchte besonders aromatisch.

Limette oder doch Zitrone?

Hat man gerade keine Zitrone zur Hand, dann greift man manchmal auch einfach zur Limette. Doch worin unterscheiden sich beide eigentlich? Zitronen und Limetten sind unterschiedliche Arten von Zitrusfrüchten. Beide werden allerdings sehr ähnlich verwendet. Unter anderem teilen sie sich nämlich die Eigenschaft durch ihren Geschmack andere Aromen herauszuheben. Deswegen werden die Zitrusfrüchte auch zu Schnitzel oder Fisch gereicht oder es werden feine Soßen mit dem Saft abgeschmeckt. Limetten und Zitronen unterscheiden sich aber in Aussehen, Inhaltstoffen und Geschmack. Limetten weisen etwa doppelt so viel Saft auf wie Zitronen und ihr Geschmack ist zwar sauer, aber trotzdem milder als der ihrer gelben Verwandten. Zudem besitzen sie eine sehr eigenständige Aromaausprägung, die sie so beliebt als Cocktail-Zutat macht, beispielsweise im Caipirinha. Die Limette benötigt tropische Anbaugebiete um zu gedeihen und ist kälteempfindlicher als die Zitrone, weswegen sie häufig aus Südamerika oder Mexiko zu uns auf den Markt kommt.

Zitrone Limette

Zitronen und Limetten unterscheiden sich nicht nur in der Farbe

Sauer macht gar nicht lustig!

Wer kennt es nicht noch aus der Kindheit? Beim herzhaften Reinbeißen in die Zitronenscheibe oder in die süß-sauren Gummitiere beim Kiosk um die Ecke wurde ordentlich das Gesicht verzogen. Und fast immer wurde dazu der Spruch gesagt: „Sauer macht lustig!“. Ganz richtig ist die Redewendung so nicht, denn im altertümlichen Sprichwort heißt es ursprünglich „gelüstig“ und nicht lustig, was den kleinen aber feinen Unterschied ausmacht. Denn „gelüstig“ bedeutet, dass etwas Lust auf Essen macht, also appetitanregend wirkt. Tatsächlich ist etwas an dieser Redewendung dran, denn saure Lebensmittel regen den Speichelfluss und die Verdauung an. Vielleicht ist es Ihnen sogar schon einmal aufgefallen, dass Tapas oder Salatdressings auf dem Vorspeisenteller häufig säuerlich sind?

„Wenn das Leben Ihnen Zitronen gibt…“

…machen Sie doch mal Reiniger daraus! Zitronen sind nämlich nicht nur in der Ernährung kleine Kraftpakete, sondern können auch als Hausmittel Wunder vollbringen. Die Säure der Zitrone lässt sich beim Hausputz hervorragend als Entkalker im Bad einsetzen und lässt so Armaturen und Glasspiegel wieder glänzen. Auch Gefäße wie Wasserkocher lassen sich mit Zitronen reinigen. Legen Sie dafür einfach aufgeschnittene Zitronenscheiben mit Wasser in das Gefäß und lassen die Mischung über Nacht ziehen. Nicht von ungefähr kommt es, dass klassische Reinigungsmittel häufig mit Zitronenduft versehen sind. Denn Zitronen können schlechte Gerüche neutralisieren. Wenn Sie eine halbe, aufgeschnittene Zitronen im Kühlschrank lagern, verschwinden unerwünschte Düfte. Weitere Tipps gegen unangenehme Gerüche im Kühlschrank erhalten Sie übrigens hier.

Zitrone

Zitronen sind auch wunderbare Alltagshelfer im Haushalt

Die Zitrone ein Vitaminspender?

Ein hervorzuhebender Inhaltsstoff der Zitrone ist der hohe Gehalt an Fruchtsäuren, vorwiegend Zitronensäure. Auch weisen die knallgelben Früchte einen hohen Gehalt an Vitamin C (51mg pro 100g) auf. Sie gelten deswegen als sehr gesund und als Erkältungshelferlein im Winter. Tatsächlich gibt es andere Obst- und Gemüsesorten, die weitaus mehr Vitamin C enthalten, wie z.B. Sanddorn oder Paprika. Trotz allem bleibt die Zitrone ein guter Vitamin C-Lieferant.

Lagerung von Zitronen

Was die Lagerung betrifft, sind Zitronen wahre Überlebenskünstler. Zum einen können sie einige Monate ohne Qualitätsverlust am Baum verbleiben, zum anderen sind sie bei niedrigen Temperaturen um 10 °C und bei hoher Luftfeuchtigkeit um 90 Prozent auch noch bis zu 9 Monate nach der Ernte haltbar.

Auch zuhause sind die Zitrusfrüchte sehr pflegeleicht. Im Kühlschrank halten sich Zitronen bei 7 °C bis zu einem Monat. Angeschnittene Zitronen verpacken Sie am besten in einer Dose oder einem Glas und lagern sie kühl, damit sich keine Fremdaromen entwickeln und sie nicht austrocknen. Verbrauchen Sie die Zitrone dann möglichst schnell.

Rezepte und Zubereitungstipps

Die Möglichkeiten sind fast unendlich, denn Zitronen können alles aufpeppen. Sei es der Saft für die Aromatisierung von Dressings und Getränken, die ganze Frucht für Marmelade oder auch als natürliches Antioxidationsmittel (welches das Braunwerden von Obst verhindert). Die Zitronen mit ihrem herb-sauren Geschmack bringen durch ihr Aroma zudem auch andere Zutaten zur Geltung. Neben den bekannten Kombinationen zu Schnitzel oder Fisch können Sie den Saft auch in thailändische Curries geben oder einer schlichten Kürbissuppe mit einem Schuss Zitronensaft den richtigen Pfiff verleihen.

Aber nicht nur Saft der Zitrone, auch die Zitronenschale wird in der Gastronomie häufig verwendet. Aufgrund des hohen Anteils an ätherischem Zitrusöl in den Poren der Schale ist dieser Fruchtteil äußerst aromatisch und wird deswegen zur Aromatisierung von Tee und Gebäck verwendet. Selbstverständlich können Sie jede gewöhnliche Reibe nutzen, um die zarte gelbe Schicht auf der Zitronenhaut abzureiben. Einfacher geht es allerdings mit einem Zestenschneider – hierbei kann sich das Ergebnis dann auch sehen lassen. Wenn Sie die Schale verwenden wollen, nutzen Sie unbedingt Bio-Früchte, denn dann ist die Zitrone unbehandelt.

Limonade

Zitronensaft in der Konfitüre?

Gerade Spätsommer und Herbst ist die geeignete Zeit, um die letzten Früchte einzukochen. Die meisten nutzen dafür Gelierzucker, den man fertig kaufen kann. Dieser enthält neben Zucker das Geliermittel Pektin und teilweise auch Konservierungsstoffe. Manche sehr säurearmen Früchte brauchen beim Gelieren ein wenig Hilfe (zum Beispiel Erdbeeren) durch ein bisschen Zitronensaft. Dieser trägt nicht nur zum Gelingen der Marmelade oder Konfitüre bei, sondern verleiht Ihren selbst eingekochten Werken auch noch eine herrlich frische Säurenote.

Hier noch ein kleiner Tipp zum Auspressen: Am meisten Saft gewinnt man, wenn die Zitrone nicht direkt aus dem Kühlschrank kommt, sondern Zimmertemperatur angenommen hat. Rollen Sie dann die Zitrone fest über eine glatte Oberfläche und schneiden Sie sie erst danach auf und pressen sie aus.

Spätsommer Erfrischung: Lemon Spritz

Waren Sie kürzlich in Italien, dann werden Sie vermutlich von diesem Trendgetränk gehört haben: Lemon Spritz. Der erfrischende Mix aus sprudelndem Prosecco und säuerlichen Zitronen weckt Urlaubserinnerungen, auch wenn man ihn nur auf dem heimischen Balkon genießt. So bereiten Sie das Getränk ganz einfach Zuhause zu:

  • Halbe Zitrone vierteln
  • Zitronenviertel mit Eiswürfeln in ein Glas geben
  • 0,4 cl Limoncello dazu geben
  • Glas mit Prosecco aufgießen
  • Garnieren Sie ihr Getränk mit einem Zitronenblatt oder einem Blatt Pfefferminze

Oder doch lieber als warmer Tee?

Zu fortgeschrittener Jahreszeit möchte man statt des Proseccos doch lieber warmen Tee genießen. In der einen oder anderen Erkältungswelle tritt die Zitrone dann als Retter in der Not auf, in Form von einem heißen Zitronen-Tee. Wohltuend ist der Tee in jedem Fall, aber Vorsicht vor der falschen Zubereitungsweise. Die heiße Zitrone wird nämlich wegen des in dem Saft der Zitrone enthaltenen Vitamin C genossen, welches das Immunsystem stärken soll. Dieses Vitamin ist aber stark hitzeempfindlich. Achten Sie deswegen unbedingt bei der Zubereitung darauf, dass sie den Zitronensaft erst dann zugeben, wenn das Wasser schon ein wenig heruntergekühlt und nur noch lauwarm ist.

Zitrone und Austern

Zitronen sind auch die perfekte Ergänzung zu Fisch und Meeresfrüchten

Sind grüne Zitronen unreif?

Das Zitronen immer gelb sind, ist ein großer Irrtum. Reife Zitronen werden im Sommer noch im grünen Zustand geerntet. Im konventionellen Landbau werden die Zitronen dann nach der Ernte mit Ethylen behandelt, damit sie ihre leuchtend gelbe Farbe erhalten. Nur, wenn im Herbst geerntet wird, sind die Zitronen auch bei der Ernte schon gelb. Dies liegt am stärkeren Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht, der dazu führt, dass der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll abgebaut wird. Gerade bei Bio-Früchten müssen Sie deswegen keine Sorgen haben, wenn die Zitronen noch grün sind. In der Bio-Landwirtschaft ist die nachträgliche Behandlung mit Ethylen nicht erlaubt.

Nutzen Sie Zitronen auch als Hausmittel? Oder bleiben Sie nur bei der klassischen Verwendung in der Küche? Teilen Sie uns Ihre Lieblingsrezepte mit. Gerne können Sie diesen Artikel auch bei Facebook oder Twitter teilen.


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