Es gibt Stillweine und Schaumweine, alles klar. Aber manchmal hat man auch einen Wein im Glas, der zu keiner dieser Gruppen richtig passt: Er ist nicht wirklich still und nicht richtig schäumend, sondern er perlt nur ein wenig. Aber woher kommt das?

Perlwein, SchaumweinAuch wenn ein Wein etwas schäumt, muss es sich dabei noch lange nicht um einen Schaumwein halten. Denn das europäische Weinrecht kennt bei diesen Produkten genau definierte Unterschiede – und es wird hier grundsätzlich zwischen Schaum- und Perlweinen getrennt. Letztere sind laut EU-Verordnung Erzeugnisse, die einen Kohlensäuredruck von mindestens 1 bar und höchstens 2,5 bar aufweisen, also etwas weniger „sprudeln“. Gerade viele der einfacheren Prosecco-Weine fallen unter diese Kategorie der Perlweine und werden daher auch mit der Weinart „Frizzante“ bezeichnet. Erst ab einem Kohlensäuredruck mindestens 3 bar handelt es sich dann um einen Schaumwein im eigentlichen Sinne. Der Clou dabei ist, dass die in Deutschland geltende Sektsteuer von ca. 1,21 € pro Flasche erst bei Produkten ab 3 bar Druck fällig wird und somit die Perlweine deutlich günstiger angeboten werden können.

Bei einem echten Stillwein ist ein gewisses Perlen nichts Ungewöhnliches

Bei der Vergärung des Traubensafts zu Wein wird nämlich nicht nur der Zucker in Alkohol umgewandelt, sondern es entsteht dabei auch Kohlendioxyd – und zwar nicht wenig: In einem 1000-Liter Fass eines herkömmlichen Weißweins können sich während der Gärung durchaus rund 45-50 Kubikmeter CO² bilden. Dieses Gas entweicht aber üblicherweise zum Großteil sofort durch das sogenannte Spundloch am Fass, nur ein winziger Teil der Kohlensäure wird im Wein gelöst und verflüchtigt sich dann später nach und nach beim weiteren Ausbau, also dem Reifen des Jungweins im Fass. Vollzieht man die alkoholische Gärung und den Ausbau jedoch in Behältern aus Edelstahl statt im Holzfass, so kann das flüchtige Gas nicht ganz so einfach entweichen und somit verbleibt hier ein gewisser Teil im Wein. Wird dann auch noch auf einen längeren Ausbau verzichtet und der Wein schon bald nach der Gärung abgefüllt, so kann es durchaus sein, dass sich dann beim Genuss des Selbigen einige CO²-Bläschen im Glas zeigen. Dies wird nicht selten sogar ganz bewusst von den Winzern so angestrebt, um einem jungen Weißwein eine besondere Frische im Geschmack zu verleihen.

Bläschen können Hinweis auf Weinfehler sein

Neben diesem durchaus gewünschten Perlen können solche Bläschen aber auch auf einen Weinfehler hinwiesen, der dann leider nichts mehr mit besonderer Frische des Rebensafts zu tun hat. Wenn nämlich nach dem Abfüllen des Weins in die Flaschen, beispielsweise durch mangelnde Hygiene, dabei dort erneut eine Gärung beginnt, zeigen sich später ebenfalls Bläschen. Außerdem kann es vorkommen, dass ein unsauberes durch eine Nachgärung verursachtes Aroma entsteht, das oft an Sauerkraut erinnert.

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