Unter dem Begriff Böckser versteht man im deutschsprachigen Raum üblicherweise einen im Wein verbliebenen Gehalt an Schwefelwasserstoff. Dieser entsteht während der Gärung und durch den während des Ausbaus vorliegenden Sauerstoffmangel. Der Böckser kann jedoch, wie in Folge 4 beschrieben, relativ leicht wieder entfernt werden. Ganz anders sieht es hingegen bei einer anderen Form dieses Weinfehlers aus ­– dem Mercaptanböckser.

Wird der eigentlich harmlose Schwefelwasserstoffböckser mit seinem typischem Geruch nach faulen Eiern vom Winzer nicht rechtzeitig erkannt und behoben, kann das H2S durch eine Reaktion mit dem Alkohol des Weines zu sogenannten Mercaptanen reagieren. Das sind Alkanthiole, die sich im Wein mit einem äußerst unangenehmen Geruch wie nach verfaultem Lauch oder Zwiebeln bemerkbar machen. Neben dem bei der Gärung auf natürliche Weise entstehenden Schwefelwasserstoff galten in früheren Zeiten auch Rückstände mancher schwefelhaltiger Pflanzenschutzmittel als Grund für die Entstehung des Weinfehlers.

Weinprobe

Weinfehler rechtzeitig erkennen ist das A und O eines jenen Winzers.

Wie lässt sich der Weinfehler beheben?

Während man den herkömmlichen Böckser durch Lüften wieder beseitigen kann, ist das Mercaptan weitaus hartnäckiger und kann kaum mehr aus dem Wein entfernt werden. Schwächere Mercaptan-Böckser können durch eine Behandlung mit Kupfersulfat eventuell etwas reduziert werden. Lüften alleine hilft hier jedoch nicht mehr. Gleiches gilt für einen bereits abgefüllten Wein mit Mercaptanböckser: Hier hilft es nicht darauf zu vertrauen, dass die Oxidation während der Flaschenreife diesen Fehlton irgendwann beseitigt. Ist er einmal in der Flasche, bekommt man ihn nicht mehr weg und es bleibt nur das Weggießen des Weins.


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