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Ich werde immer wieder gefragt, welche meine Lieblingsrebsorte, meine Lieblingsregion oder was ganz konkret mein Lieblingswein sei. Und immer wieder antworte ich darauf, dass es für diese Fragen eigentlich keine Antwort gäbe. Das faszinierende am Wein ist ja seine Vielfalt, und selbst wenn man schon viele Jahre in der Weinszene unterwegs ist, entdeckt man täglich Neues.

Wein ist für mich also grundsätzlich nur im „plural“ denkbar. Sich auf nur einen Lieblingswein festzulegen, halte ich für etwas Furchtbares. Dazu kommt, dass auch die Umstände, unter denen wir einen Wein genießen, maßgeblich unsere Präferenzen mitbestimmen. Selbstverständlich sind beispielsweise an heiteren Frühlingstagen oder warmen Sommerabenden andere Weine meine Favoriten als im Winter. So ist es jetzt im Spätherbst vor allem eine ganz spezielle Rebsorte, die ich besonders schätze, und das ist der Syrah. Kaum ein anderer Tropfen passt besser zur Stimmung düsterer, nasskalter Herbsttage – und auch zu den nun so gerne gekochten Wildgerichten! – wie die tiefdunklen, herrlich fleischigen Rotweine dieser Sorte. Dabei ist faszinierend, dass diese Rebe in zwei recht unterschiedlichen Ausprägungen bekannt geworden ist, die beide unverkennbar sind und beide zu den großen Klassikern der Weinwelt gezählt werden können.

In seiner traditionellen Heimat, dem Rhônetal in Frankreich, zeigt sich der Syrah typischerweise mit tiefer Cassis- und Pflaumenfrucht, die von oft von markanten würzigen Noten nach schwarzem Pfeffer, Veilchen, Oliven oder Rauchspeck begleitet wird. Hier sind es vor allem die Weinbaugemeinden der nördliche Rhône (im Süden des Tals dominiert dann eher die Grenache-Traube), die zu den die besten Herkünften zählen. Côte Rôtie, Cornas oder Saint Joseph, insbesondere aber auch der steile Hang des berühmten Hermitage, gelten unter Feinschmeckern als Inbegriff des klassischen Syrah-Stils der „Alten Welt“.

Doch auch in der „Neuen Welt“ konnte der Syrah ein unverkennbares Geschmacksbild entwickeln. Hier ist es vor allem Australien, das zur neuen Heimat der Sorte wurde und wo die Rebe seit ca. 1830 eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte schrieb. Allen voran in den wärmeren Regionen Südaustraliens wie das berühmte Barossa Valley oder das McLaren Vale südlich von Adelaide gelten als die bekanntesten Anbaugebiete für die in „down under“ als Shiraz bezeichneten Rebe.

Im Gegensatz zum Rhônetal zeigt der australische Shiraz aber meist eine weniger würzige, dafür aber umso intensiver saftig-fruchtige Ausprägung. Das nicht selten voluminöse Aroma erinnert oft an dunkles Kirsch- oder Waldbeerkompott und wird dabei von Anklängen an Bitterschokolade bereichert. Es sind ungemein kraftvolle Weine, die auch intensiv gewürzte Wildgerichte wunderbar begleiten können.

Welchen Wein trinken Sie am liebsten zu Wildgerichten? Schreiben Sie uns doch einfach, wir sind gespannt! Nutzen Sie dazu die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag oder diskutieren Sie mit uns auf Facebook.


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