Die meisten Weine des Jahrgangs 2016 haben nun die Gärung vollendet und reifen jetzt im Fass bis zum Zeitpunkt der Abfüllungen. Die ersten Verkostungen der neuen Weine dürften sehr spannend werden. Gilt doch der Jahrgang 2016 in Deutschland und Österreich als einer der schwierigsten in der jüngeren Vergangenheit. Aber was bringt das Weinjahr 2016? Der Liebherr Weinexperte Frank Kämmer weiß Bescheid.

Wein, Essen, Genuss, Liebherr, Sommelier, Blog, Wein, Jahrgang 2016Das kühle Frühjahr und der anhaltende Regen bis in den Frühsommer machten den Jahrgang 2016 zu einer nervenaufreibenden Sache für die Winzer in Deutschland. Zunächst führte schlechtes Wetter während der Rebblüte zu nur sehr mäßiger Traubenbildung an den Weinstöcken, später kamen dann andauernde und ergiebige Niederschläge hinzu. In manchen Regionen regnete es in den Monaten Mai und Juni dreimal so viel wie üblich. Die Folge war eine starke Entwicklung der Pilzkrankheit Falscher Mehltau, der insbesondere bei Bioweingütern teilweise die Ernte von ganzen Weinbergen zum Opfer fiel.

Jahrgang 2016: Fruchtig und mild

Doch wie schon in so manchen „Katastrophenjahren“ zuvor war es dann das schöne Wetter gegen Ende August und im September, das den Jahrgang rettete und so doch noch sehr schmackhafte Tropfen mögliche machte. Es wird vom Jahrgang 2016 aus deutschen Weinbergen zwar weniger Menge geben, aber erste Verkostungen zeigen, dass die Weine durch fruchtigen Charme und eine etwas mildere Säurestruktur angenehm und zugänglich sein werden.

Moderater Alkoholgehalt sorgt für angenehmen Trinkfluss

Doch auch die Winzer in Österreich hatten es nicht einfacher, ganz im Gegenteil. Zu den Wetterkapriolen mit schwülem Klima während des späten Frühjahrs und der Sommermonate, gleichzeitig immer wieder unterbrochen von teils heftigen Niederschlägen, kam ein verheerender Schaden durch Spätfröste. In der zweiten Aprilhälfte trafen zwischen 26. und 29. April drei extreme Frostnächte und sogar Schneefall auf die frühen Austriebe – mit katastrophalen Folgen für Weingärten, vor allem in der Steiermark und im Burgenland, wo Ernteausfälle von 50 bis 80 Prozent zu beklagen sind. Für einen versöhnlichen Abschluss des Weinjahres sorgte dann jedoch auch in Österreich der ungewöhnlich warme, sonnige und trockene September. Der Weinjahrgang 2016 zeigt hier schon jetzt eine sortentypisch fruchtige Aromatik und Fülle, die von einem guten Säurerückgrat gestützt wird. Der moderate Alkoholgehalt des 2016ers dürfte zudem einen angenehmen und guten Trinkfluss garantieren.

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