Lebensmittel einfrieren, ohne dabei die gängigen Gefrierbeutel und Plastikboxen zu verwenden? Ist das möglich? Wie der Plastikverzicht beim Thema „Einfrieren“ gelingt – wir haben die Tipps für Sie.

Gehören Sie auch zu den Personen, die Plastik aus ihrem Alltag verbannen möchten oder zumindest (soweit wie möglich) reduzieren möchten, sei es nun aus Umwelt- oder Gesundheitsbewusstsein? Dass dies nicht ganz einfach ist, aber durchaus möglich, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag und benennen Vor- und Nachteile der verschiedenen Alternativen. Vorab jedoch noch kurz einige grundsätzliche Bemerkungen zum Thema „Einfrieren“.

Um die Frische von Lebensmitteln zu erhalten ist das richtige Verpackungsmaterial entscheidend. Generell sollten Sie nur Materialien verwenden, welche die vorhandene Feuchtigkeit in Lebensmitteln zurückhalten. Denn was viele nicht wissen: Wenn die falsche Verpackung verwendet wird, kann dies bei tiefen Temperaturen das Austrocknen des Gefrierguts beschleunigen. Der sogenannte „Gefrierbrand“ ist die Folge. Was also tun?

Bei falscher Verpackung „droht“ Gefrierbrand

Am besten eignen sich luftdicht abschließende Verpackungen wie zum Beispiel Einmachgläser. Durch Entfernen der Luft und sorgfältiges Verschließen der Verpackung werden die Lebensmittel während der Lagerung einerseits vor dem Austrocknen (Gefrierbrand) sowie vor Oxidation (Zutritt von Sauerstoff) und andererseits vor dem Eindringen von Kleinstlebewesen (Mikroben) geschützt.

Der Einsatz von Papier, Papiertüten oder Karton als „Verpackungsmaterial für Gefriergut“, wie auf einigen „Ratgeberseiten“ im Internet zu finden ist, ist daher nur bedingt zu empfehlen. Aber dazu später noch mehr…

Optimale Eigenschaften der Gefriergutverpackung

  1. Lebensmittelecht
    Dies wird durch das „LE-Zeichen“ oder „Glas-Gabel-Symbol“ angezeigt.
  2. Kältebeständig
    Auch bei tiefen Temperaturen darf die Verpackung nicht spröde oder porös werden.
  3. Hitzebeständig und spülmaschinengeeignet
    Das ist wichtig, wenn die Verpackung mehrfach verwendet werden soll.
  4. Dicht
    Verpackungen sollten vor Durchlässigkeit von Sauerstoff, Feuchtigkeit oder Aroma schützen.
  5. Geruchlos oder geschmacksneutral
  6. Beständig gegen Fette, Säuren und Laugen
  7. Reißfest
  8. Auf die Größe des Gefrierguts anpassbar
  9. Eignung für besondere Auftauverfahren. (Kochendes Wasser, Mikrowelle oder Backofen)
  10. Die richtige Größe und Form. Bei flachen Verpackungen kann die Kälte schnell bis zum Mittelpunkt des Packungsinhalts vordringen.

Die besten Alternativen zu Plastik

1. Glas oder Glasschale

Brei, Kompott, Mus, Suppen oder Saucen und auch frische Kräuter und Beeren eignen sich gut zum Einfrieren in Gläsern mit Schraubverschluss oder Glasbehältern. Unser Tipp: Beim Einfrieren von Flüssigkeiten dürfen die Gläser nur zur ¾ befüllt werden, da sie sonst platzen. Auch Glasschalen mit Deckeln eigen sich, um Lebensmittel einzufrieren.

2. Edelstahlbehälter und Dosen

Ebenso wie beim Einfrieren im Glas sollten flüssige Speisen auch in Edelstahlbehältnissen nicht bis zum Rand gefüllt werden. Auch hier ist die ¾ Regel zu beachten. Der Deckel sollte erst nach dem Einfrieren fest verschlossen werden. Der Vorteil von Edelstahlbehältern und Dosen gegenüber Glas: Sie sind bruchfest.

3. Saisonale Lebensmittel ohne Verpackung ins Gefrierfach

Je nach Lebensmittel können Sie auch ganz auf eine Verpackung beim Einfrieren verzichten. Zum Beispiel: Rhabarber oder Beeren. Unser Tipp: Einfach vor dem Einfrieren kurz reinigen und einen passenden Platz im Gefrierfach suchen. Wer aber die Übersicht im Gefrierfach nicht verlieren will und lose rumliegendes Gefriergut nicht mag, dem ist von dieser Methode eher abzuraten. Ein weiterer Nachteil: Das Verfahren eignet sich bestenfalls für die sehr kurzfristige Lagerung, da ein Austrocknen der Ware hiermit einhergeht. Bei längerer Lagerung im Gefrierfach sollten Lebensmittel aber immer entsprechend verpackt werden. Denn ganz ohne „Schutzkleidung“ für die Lebensmittel geht es auf Dauer nicht (siehe obige Punkte 1 und 2).

Diese Verpackungen zum Einfrieren sind ungeeignet

Tuch, Handtuch, Tipps, Einfrieren ohne Plastik, Gefrieren, Einfrieren, ServiceAls Verpackungsmaterial schlecht geeignet sind Karton, Papier, Stofftücher oder Baumwollbeutel, da sie den oben genannten Kriterien (Punkte 1 bis 3) nicht entsprechen. Bei diesen Materialien kann die Feuchtigkeit aus den Lebensmitteln austreten und sich als Eis an den kälteren Stellen im Gefriergerät absetzen. Durch diesen Feuchtigkeitsentzug können die eingefrorenen Lebensmittel zäh und trocken werden.

Fazit:

• Glas, Glasbehältnisse mit Schraubverschluss oder verschließbare Dosen aus Edelstahl sind gute Alternativen zu Plastikboxen.
• Karton, Papier, Stofftücher und Baumwollbeutel eignen sich nicht gut zur Verpackung von Gefriergut.
• Wer bei der Verpackung am falschen Ende spart, muss Gefrierbrand der Lebensmittel in Kauf nehmen.

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