Immer häufiger findet man auf deutschen Etiketten den Begriff Reserva, um einen offensichtlich außergewöhnlich feinen Wein zu kennzeichnen. Doch was genau steckt dahinter?

Weinetikett, Wein, Reserva, Riserva, ReserveTraditionell versteht man unter einer Reserva einen besonders hochwertigen Wein, dem man üblicherweise längere Zeit für Ausbau und Reife im Keller gönnt und dann erst später, quasi als Reserve zur normal abgefüllten Ernte, auf den Markt bringt. In Deutschland ist der Gebrauch dieses Begriffs jedoch nicht genau definiert und wird von den Weingütern frei interpretiert.

Reserva – Gesetzliche Bestimmungen in Italien und Spanien

Ganz anders hingegen in Italien und Spanien, wo die Verwendung der Zusätze Riserva bzw. Reserva an genaue gesetzliche Bestimmung geknüpft ist. So darf sich ein Chianti nur dann mit dieser Auszeichnung schmücken, wenn er vor dem Verkauf mindestens zwei Jahre gereift ist. Die beiden berühmten piemontesischen Spitzenrotweine Barolo und Barbaresco müssen sogar ganz fünf Jahre im Keller des Weinguts reifen, um dieses Prädikat zu erlangen. Eine ganz besondere Bedeutung hat die Lagerdauer bei hochwertigen Weinen aber beim spanischen Rioja mit den Bezeichnungen Reserva oder Gran Reserva. Die Verbindung von besonderer Qualität mit langer Reifezeit hat hier einen weit in die Geschichte zurückreichenden Ursprung.

Fassausbau mit Eichenholz als Privileg für besondere Weine

Das für Weinfässer hauptsächlich verwendete Eichenholz war früher nämlich in Spanien ein seltener Rohstoff, der eher für die Schiffsindustrie gebraucht wurde, als dass man es für den Weinausbau nutzte. Der Fassausbau galt deshalb als ein Luxus für besondere Weine. Und als besonders luxuriös galt es, den Wein möglichst lange im Fass zu belassen. Für einen roten Rioja ist heute bei der Reserva eine Gesamtreifezeit bis zum Verkauf von mindestens drei Jahren vorgeschrieben, wobei davon mindestens 12 Monate in Eichenfässern stattfinden müssen. Eine Gran Reserva darf sogar erst nach fünf Jahren in den Verkauf gelangen, wobei mindestens 24 Monate der Fasslagerung erforderlich sind. Die klassischen Spitzenweine der traditionellen Erzeuger in dieser Region gehen über diese Mindestanforderungen jedoch teilweise noch deutlich hinaus. Fasslagerungen von über zehn Jahren sind hier durchaus keine Seltenheit.

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