In vielen Haushalten landet die Schale der Kartoffel, das Grün der Möhre oder auch der Strunk des Brokkolis wie selbstverständlich im Biomüll. Was jedoch nur Wenige wissen: Diese sind meist die nährstoffreichsten und somit auch die gesündesten Teile der Lebensmittel. Außerdem stecken in ihnen große Mengen an Aromastoffen. Wie Sie aus vermeintlichen Lebensmittelabfällen leckere Gerichte kreieren und so nicht nur der Umwelt, sondern auch Ihrem Geldbeutel etwas Gutes tun, lesen Sie in den folgenden fünf Tipps & Tricks.

75 Kilogramm Lebensmittel werden jedes Jahr durchschnittlich pro Kopf in Deutschland weggeworfen. Dazu zählen sowohl Zubereitungs- und Speiseabfälle als auch Grünabfälle. Viele der weggeworfenen Reste lassen sich jedoch problemlos weiterverwerten. So kann jeder etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun:

  1. Grünzeug als Gewürz, in Smoothies oder Pesto

 Das Blattgrün von Möhren, Kohlrabi, Rote Bete und auch Radieschen hat im Abfall nicht verloren, da es bedenkenlos essbar ist und zudem auch noch mit gesunden Inhaltsstoffen überzeugt. Die Blätter können beispielsweise ähnlich wie Petersilie in unterschiedlichen Gerichten als Gewürz dienen oder in Smoothies mitpüriert werden. Eine andere Möglichkeit ist es, das Grünzeug zu einem leckeren Pesto weiterzuverarbeiten. Mischen Sie dafür einfach die grünen Überreste mit Nüssen Ihrer Wahl und hochwertigem Öl, Salz, Pfeffer und etwas Parmesan zusammen.

Achtung: Informieren Sie sich vorher, welches Blattgrün essbar ist. Die Blätter von Rhabarber beispielsweise enthalten in hoher Menge Oxalsäure und eignen sich deshalb unter keinen Umständen zum Verzehr!

Pesto

Pesto – ideal um auch das nahrhafte Blattgrün von Karotten und Co. zu verwerten.

  1. Upcycling von Obst- und Gemüseschalen

Kartoffelchips müssen nicht immer aus ganzen Kartoffeln bestehen, sondern können ebenso einfach nur aus der Schale hergestellt werden. Hierfür die Schalen gründlich säubern, mit etwas Olivenöl, leckeren Gewürzen und Kräutern bestreuen und bei 200 °C im Ofen für circa 15 Minuten backen. Dadurch, dass die Menge an Öl und Salz bei der eigenen Zubereitung selbst bestimmt wird, können die selbstgemachten Chips eine gesunde Alternative zu den herkömmlichen Produkten aus dem Supermarkt sein.

Doch nicht nur Gemüseschalen eignen sich zum Zubereiten von aromatischen Leckereien. Auch die Schale einer Banane kann beispielsweise zur Herstellung von Pommes verwendet werden. Unglaublich oder? Als Erstes waschen Sie die Schale der Banane gründlich ab. Anschließend wird sie in dünne Streifen geschnitten. Danach werden die Streifen für etwa zehn Minuten gekocht, in Mehl gewälzt und daraufhin in Fett ausgebraten. Zu guter Letzt müssen Sie die Bananenpommes nur noch kräftig würzen und genießen. Die Schale der Banane enthält sogar mehr gesunde Inhaltsstoffe, als ihre Frucht selbst. Es müssen aber unbedingt Bio-Bananen sein, da die konventionellen Früchte zu viel Pestizidrückstände in der Schale enthalten.

Kartoffel schälen

Haben Sie schon mal Chips aus Kartoffelschalen selbst gemacht?

  1. Leckeres Gemüsefond aus Küchenresten

Ein Must-have in jeder Küche: Gemüsebrühe. Diese können Sie ohne großen Aufwand aus übrig gebliebenen Küchenresten herstellen. Dafür nach jedem Gemüse schnippeln die anfallenden Reste einfrieren. Sobald Sie genügend unterschiedliche Gemüseabfälle gesammelt haben, können Sie diese mit ausreichend Wasser in einem Kochtopf zum Kochen bringen. Würzen Sie den Sud mit frischen Gewürzen sowie Salz und Pfeffer. Anschließend die Reste absieben und den Fond in gut verschließbare, saubere Gefäße füllen. In Ihrem Liebherr-Kühlschrank bleibt die selbstgemachte Gemüsebrühe für einige Tage frisch. Selbstverständlich lässt sie sich für eine längere Haltbarkeit auch portionsweise einfrieren. Die Gemüsebrühe kann dann als Grundlage für Soßen dienen oder auch die alt bekannte Tütensuppe ersetzen.

Gemüseabfall

Gemüseschalen wegwerfen? Machen Sie doch lieber eine leckere Gemüsebrühe daraus.

  1. Kochwasser nicht weggießen!

Pasta landet in vielen Haushalten mehrmals wöchentlich auf den Tellern. Dafür werden die Nudeln in reichlich Salzwasser al dente gekocht. Das Nudelwasser ist jedoch viel zu schade für den Abfluss. Der Grund: Mit Nudelwasser lässt sich so einiges anstellen. Ihre Pflanzen werden sich beispielsweise über die Mineralien freuen, die im Wasser enthalten sind. Eine andere Möglichkeit ist es, Ihre Soßen mit dem Nudelwasser aufzupeppen. Diese werden durch die enthaltene Stärke nämlich noch sämiger. Auch zum Einweichen von Hülsenfrüchten oder als Zutat im Pesto eignet sich das wertvolle Wasser mit dem leckeren Aroma bestens.

Aufpassen sollten Sie jedoch bei Kartoffelwasser. Kartoffeln enthalten giftiges Solanin, das beim Kochen ins Wasser übergeht. Deswegen das Kochwasser der Knollen lieber wegschütten.

Spaghetti

Tun Sie Ihren Pflanzen was gutes, denn das Nudelwasser enthält viele wertvolle Mineralstoffe.

  1. Gemüse im Handumdrehen neu bewurzeln

Aus abgeschnittenen Endstücken von vielen Gemüsearten lässt sich ganz einfach neues Gemüse anzüchten. Bei Salat, Frühlingszwiebeln, Lauch und Sellerie sollten Sie dafür ein etwa 5 cm langes Ende abschneiden, bei Zwiebel und Kohlrabi sind es nur 2 cm. Anschließend müssen die Endstücke zum Bewurzeln in Wasser gestellt werden. Nach fünf bis sieben Tagen können Sie den Strunk aus dem Wasser nehmen und in Erde einpflanzen. Schon haben Sie ganz bald Ihr selbst gezüchtetes Gemüse.

Wichtig: Achten Sie beim Verwerten von Obst- und Gemüseresten unbedingt auf Bioqualität. Der Grund: Bei konventioneller Landwirtschaft werden die Schale und auch das Grünzeug der Lebensmittel mit Pestiziden behandelt und sollten deshalb nicht verzehrt werden.

Gemüse züchten

So einfach züchten Sie Gemüse selbst.

Viel Spaß beim Ausprobieren unserer Küchenhacks.


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